1. April 2024 – Mercator-Gymnasium wird “Krücken-Gymnasium“

Menschen und Organisationen formen aus ihrer Geschichte das Leben ihrer Gegenwart und die Träume ihrer Zukunft – das gilt in besonderem Maße für Schulen: Pünktlich zum diesjährigen Auferstehungsfest, am 1. April im 123. Schuljahr seit Anbeginn seiner Unterrichtszeit, gibt das Mercator-Gymnasium die Entscheidung bekannt, sich mit einer baldigen Namensänderung einer umfassenden Verjüngungskur zu unterziehen, um damit auch weiterhin „jung.herzlich.talentiert“ in der Duisburger Schullandschaft zu agieren.

Schulträger investiert ein Vermögen 
Der Coup muss von langer Hand geplant sein, denn seit Januar dieses Jahres fällt auf: Die Schule erhält allenthalben einen neuen Anstrich. In den Fluren, Klassenzimmern und Fachräumen wird emsig und professionell abgeklebt, grundiert, gemalt – die Stadt Duisburg lässt sich als Schulträger die Umbenennung demnach einiges kosten. Von Vorteil sei hier der nach Jahren endlich wieder ausgeglichene städtische Haushalt, von Oberbürgermeister Sören Link ist gar mit sichtlichem Stolz in diesem Zusammenhang zu hören: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ (s. https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/duisburg-stadt-plant-2024-ohne-neue-schulden_aid-97879685)

 

Thema “Sicherheit” an Duisburger Schulen
Auslöser für die Umbenennung waren der Schulgemeinschaft zufolge enthüllende Recherchen in nächster Nähe, die schier unglaubliche Erkenntnis dabei: Gerhard Mercator gelangte Zeit seines Lebens nie zum Mercator-Gymnasium. Er leistete vielmehr im Kollegium des späteren Landfermann-Gymnasiums seinen Dienst ab (vgl. https://landfermann.de/das-lfg-heute-und-gestern/). Unklar ist, ob er dabei das Opfer einer Intrige wurde, denn bekanntlich wird das Thema “Sicherheit” an Schulen der Duisburger Innenstadtbereich im 16. Jahrhundert zur Chefsache erklärt (vgl. https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/duisburger-geschichten-rektor-wehrt-sich-mit-psychoterror_aid-44216653), oder ob er von den damaligen Verantwortlichen der Bezirksregierung Düsseldorf versehentlich dorthin abgeordnet wurde.

Lebenslänglich Krücken
Dieser Aspekt machte die Loslösung vom bisherigen Namensgeber kurz vor dem 100jährigen Jubiläum als sog. „Mercatorschule“ (die ersten 25 Jahre blieb man aus Gründen der herzlichen Verbundenheit mit den Kollegen des Steinbart bei der gemeinsamen liebevollen Bezeichnung „Oberrealschule“) im Jahr 2026 nicht schwer. Zudem gibt es sehr gute Gründe für Krücken als mindestens ebenbürtigem Nachfolger Mercators als Schulnamenspatron.

Friedrich Wilhelm Krücken, seit 2012 Dr. phil. honoris & humoris causa der Universität Duisburg-Essen (vgl. https://www.uni-due.de/de/presse/meldung.php?id=7809), der im vergangenen Oktober seinen 93. Geburtstag feierte, leitete die Schule von 1978 bis 1993 – für manche gefühlt lebenslänglich. Bereits Ende der 1950er Jahre kam er als Referendar an die Schule und kehrte nach kurzer Zeitreise in andere schulische Gefilde wieder zurück mit den Worten: „Habe nun, ach! Philosophie,/ Mathematik und zudem auch Informatik/ Durchaus studiert, mit heißem Bemühn“. Da nun jedoch selbst ‚Faust‘ als Universalgelehrter dagegen ein wenig blass wirkte, sah sich Goethe danach zur Umdichtung gezwungen – nicht zuletzt im eigenen Tun inspiriert durch die breite Palette an Forschungsarbeiten Krückens (2023 erschien der – vorläufig – letzte Band 10 seiner Reihe zu den Schriften Gerhard Mercators in Zusammenarbeit mit einem weiteren ehemaligen ‘Mercatorianer’, Reinhard Buchholz).

 

Entscheidung war abzusehen
Noch immer zählt Krücken zu den Stammgästen des alljährlich am zweiten Sonntag im September stattfindenden Mercator-Ehemaligentreffs, den viele Ehemalige – sind wir ehrlich – ohnehin ausschließlich seinetwegen besuchen… genauer, seines ebenso schallenden wie herzlichen Lachens wegen (untypisch ernst portraitiert nur in Erwartung des zweiten Frühstücks wie hier im Kreise weiterer Leiter*innen der Anstalt: A. Sisley (1839-1899) „September Morning“, Oil on Canvas 200 x 424.8 cm, MoMa, New York).

Gut unterrichteten Quellen zufolge deutete sich die Umbenennung der Schule auch im Kollegium bereits seit Längerem an: Per „Abstimmung mit den Füßen“ votierten Teile des Lehrkörpers ganz offen für Krücken, wie Geheimaufnahmen aus dem aktuellen schulischen Alltag (hier exemplarisch die Fachbereiche MINT, Gesellschaftswissenschaften und Sport), die dieser Redaktion jüngst zugespielt wurden, beweisen.

Unterstützung aus Gewerkschaft und Notfallmedizin
Lehrergewerkschaften zeigten sich am 1. April erfreut über die geplante Umbenennung: Hierin zeige sich einerseits eine hohe Wertschätzung für die Arbeit von Lehrkräften, die selbstverständlich unverzichtbar seien auch in Zeiten Künstlicher Intelligenz -, andererseits sei die Neu-Bezeichnung ein sichtbares Zeichen im Kampf für den Erhalt von Lehrer*innengesundheit. Um hier Erfolge nachhaltig zu garantieren, erhalten die aktuellen Schulleitungsmitglieder Basis-Schulungen im richtigen Umgang mit Krücken (unser Bild zeigt das Schulleitungstandem bei seinen ersten, noch behutsamen Gehversuchen).

Lob gab es am Ostermontag auch von der bekannten „Doc Caro“, die sich als Notfallmedizinerin und Abiturientin des nahegelegenen katholischen St. Hildegardis-Gymnasiums bereits seit Längerem weit über die Stadtgrenzen Duisburgs hinaus für die Themen Wiederbelebung und Auferstehung einsetzt.

Krücken selbst hinterließ im Schulgebäude subtile, für den kundigen Betrachter allerdings deutliche Zeichen seiner einstigen Rückkehr: Sein ehemaliges Schulleitungszimmer etwa – Raum 112– weckt täglich Assoziationen von Erster Hilfe  und Reanimation.

 

Kochen für Akademiker*innen
Und programmatisch geht es künftig natürlich und gesund an der Schule weiter, so die frohe Botschaft der Verlautbarung an Ostern: So macht sich etwa die Koch-AG um den Kollegen Betz (Philosophie, Deutsch) seit diesem Schuljahr in den Räumlichkeiten des Deutschen Roten Kreuzes an eine eigene Dr. Krücken-Backmischung. Sie soll pünktlich zum Schuljubiläum 2026 in Serie produziert werden und damit die Arbeit zahlreicher Haushalte erleichtern, so die Philosophie dahinter.

Wir gratulieren dem neuen Namenspatron herzlich, wünschen dem Ehepaar Krücken – bekanntlich steht hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau und umgekehrt – weiterhin allzeit gute Gesundheit und freuen uns bereits jetzt auf das ‘Hundertjährige’!

Disclaimer

Das Mercator-Gymnasium … ähm, Krücken-Gymnasium … wartet insbesondere im Frühjahr immer wieder mit Aufsehen erregenden aktuellen Nachrichten auf; hier ein Blick in das Archiv:

1. April 2023 – Mercator-Gymnasium ‘out of the box’

1. April 2022 – Neues zur Mercator-Mensa!

1. April 2021 – Mercator-Gymnasium überrascht mit sensationellem Fund

1. April 2020 – Mercator mit neuem Forschungsprojekt

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