Kurz vor seinem 125jährigen im Bestehen im kommenden Jahr erfindet sich das Mercator-Gymnasium wieder einmal ganz neu: Zum 01. April 2025 lässt die Schule verlautbaren, dass sie die Umwandlung zur Zooschule anstrebe. Wie aus bestens informierten Kreisen bekannt ist, liegt dem Eilausschuss der Schulkonferenz seit Mitternacht ein entsprechender Antrag zur Abstimmung vor.
Zooschule bringt Wildtiere zu Stadtkindern
Vermutungen in diese Richtung gab es bereits im vergangenen Jahr, als erstmals ein Fuchs auf dem Schulhof gesichtet wurde (wir berichteten). Ziel sei es, Kindern und Jugendlichen auch in der Stadt jenseits von Bildschirmen echte Begegnungen mit der Natur ermöglichen. Dass die Schule auch dieser Zukunftsaufgabe gewachsen ist, deutete sich Kenner*innen der Materie in vielfacher Hinsicht an: Im Umgang mit Wildtieren habe das jüngste Duisburger Innenstadtgymnasium bekanntermaßen fundierte Erfahrungen vorzuweisen, wie etwa die seit Jahren erfolgreich beheimatete Bienen-AG des Kollegen Reuter erkennen lasse, so die Begründung gegenüber der Schulkonferenz.
Durch akribische Aus- und Fortbildungen habe man sich zudem innerstädtisch und jenseits der Stadtgrenze einen Namen gemacht; das Mercator-Gymnasium gilt als ….
Wiege bekannter Zooschul-Lehrkräfte
Mercator-Kollege Berger brachte seine Expertise als Zooschullehrer vor Jahren zunächst ins Ministerium nach Düsseldorf und dann an das AEG nach Rumeln-Kaldenhausen – jeden Donnerstag hält er im Fortbildungsraum des Mercator-Gymnasiums freilich immer noch einschlägige Schulungen ab. Kollegin Bellgardt blieb als in Krefeld praktizierende Zooschullehrerin der Stammschule erhalten. Sie bringt noch einmal eine ganz eigene Perspektive mit. Da sie den schuleigenen Sanitätsdienst betreut, dürfte es selbst im Umgang mit Großwild künftig kaum Probleme geben. So ließ sich das Team der erweiterten Schulleitung schnell von der Erweiterung des schulischen Angebots überzeugen. Erprobungsstufenkoordinatorin Schuberth ließ sich in der Planungsphase noch mit dem empörten Satz zitieren: „Ein in diesem Kontext zu verzeichnender Verlust von Körperteilen bei Schüler*innen dürfe sich doch nicht als Entschuldigungsgrund für nichtgemachte Hausaufgaben heranziehen lassen.“ – Das angelsächsische Bildungswesen und Jahrzehnte währende Rowling’schen Studium hat die Kollegin erkennbar stark geprägt, doch mit solcherlei Befürchtungen ist dank der Schulsanitäts-AG von Kollegin Bellgardt selbst bei ihr nun Schluss.
Mercator für die Stadt und den Erdkreis
Das Mercator-Gymnasium versteht sein Arbeiten spätestens seit Ernennung zur Talentschule im Jahr 2019 auch als klare kommunale Verantwortung: Die Schließung von Zoo Zajac im März dieses Jahres habe man nicht nur aus Perspektive des Fachs Wirtschaft-Politik sehr genau beobachtet, hört man. Auch ein aktiver Beitrag zur Unterstützung der MSV-Zebras beim Wiederaufstieg in die 3. Liga sei erklärtes Ziel der Fachschaft Sport im Schuljahr 24/25. Zu Frühlingsanfang war es dann gelungen, auf einer Foto-Safari in Düssern bei Einbruch der Dunkelheit Aufnahmen von den sonst sehr scheu und zurückgezogen MSV-Zebras beim friedlichen Grasen anzufertigen. Zwischenzeitlich gelang es der Schule bereits mit hochrangigen Duisburger Clubamtsträgern über geeignete Fördermöglichkeiten des Vorhabens durch ‚Rotary macht Schule‘ in den Austausch zu treten.
Die baulichen Voraussetzungen hat man hierfür offenbar bereits in den Blick genommen, wie ein erster auf dem Schulhof liebevoll installierter Käfig exemplarisch illustriert (hier ein Symbolbild mit bislang zu Testzwecken dort untergebrachten Draht-Eseln).
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Im Zuge der alle 125 Jahre neu anstehenden städtischen Ausstattungsrunde des Schulträgers zur Verschönerung des Schulhofes werden natürlich auch weitere Areale des Schulgeländes umgestaltet. In gewohnt guter, reibungsloser und zügiger Abstimmung mit der oberen Schulaufsicht habe man in Duisburg die artgerechte Haltung von Schüler*innen und Lehrkräften sowie das Tierwohl klar im Fokus. Insbesondere im Kommunalwahljahr wolle man Verhältnisse wie andernorts (wie etwa bei den Eisbären in Leipzig) um jeden Preis vermeiden, hört man aus Amt 42.
Historische Wurzeln
Die Anfänge des Mercator-Gymnasiums – in nächster Nähe der nota bene! „Tiergartenstraße“ beheimatet – dürften noch weiter zurückreichen als bislang bekannt. Erste Hinweise auf den pädagogischen Dreischritt von ‚Menschen, Tieren, Sensationen‘ finden sich bereits im 16. Jahrhundert. Gerhard Mercator höchst selbst, damals Lehrer an einem heute als Landfermann-Gymnasium bekannten Schulstandort, gibt mit seiner 1569 veröffentlichten Weltkarte entscheidende Hinweise. Abbildungen von Riesen-Seepferden, -Seeschlangen und anderen Fabelwesen scheinen die Gründung einer „Schule der magischen Tiere“ vorwegzunehmen. Dies können heute schon jüngere Schüler*innen der Schule sowohl im mit Mercators Karten arbeitenden Erdkundeunterricht als auch in der neu entstehenden Schulbibliothek erfahren, wie die hier hauptverantwortlichen Kolleginnen Pachali und Klein mit Verweis auf die vorhandene Fachliteratur (Willkommen in der Schule der magischen Tiere) begeistert erläutern.
Das alles verspricht für die in der Schulgeschichte astronomisch hohe Zahl von 123 ab dem kommenden Schuljahr neu beginnenden Fünftklässler eine erstklassige Ausbildung im traditionell starken MINT-Profil des Mercator-Gymnasiums zu werden. Auch für sie zeige man sich auch noch in anderer Hinsicht einfallsreich, um dem Bildungs- und Erziehungsauftrag nachzukommen: Die – dank der im Stadtteil wieder heimisch gewordenen Steinlaus (lat. petrophaga lorioti) – ohnehin feuchter werdenden Kellerräume werden absehbar erweitert und zum Bassin für Fische umgewandelt, falls die Wassergewöhnung insbesondere jüngerer Schüler aufgrund häufiger Akut-Schließungen von Duisburger Lehrschwimmbecken weiterhin nur lückenhaft gelinge. Das jedoch gelte es noch mit Bildungsdezernat, Amt für Schulische Bildung sowie Wirtschaftsbetrieben genauer abzustimmen.
Bio-Eier per Federstrich
Zunächst einmal freut sich der schuleigene Mensa-Betreiber, Herr Windhuis, auf den im Areal der ehemaligen Schulhof-Wippe neu entstehenden Hühnerstall. Die dort frisch gelegten Bio-Eier seien als wichtiger Beitrag für ein gesundes Schul-Frühstück zu betrachten. Auch könne der frühe Hahnenschrei elegant in das schulische Pünktlichkeitskonzept integriert werden – ein entsprechender Arbeitskreis habe sich bereits unter dem feder(!)-führenden stellvertretenden Schulleiter, Dr. Hermes, zusammengefunden, wie gut unterrichtete Kreise bereits jetzt wissen wollen.
Seit dem Jahr 2020 veröffentlicht das Mercator-Gymnasium jeweils zum 1. April erfrischend neue Ansätze für Schulentwicklung und Bildungspolitik. Frühere Beiträge lassen sich hier nachlesen:
1. April 2024 – Mercator-Gymnasium wird „Krücken-Gymnasium“
1. April 2023 – Mercator-Gymnasium ‘out of the box’
1. April 2022 – Neues zur Mercator-Mensa!
1. April 2021 – Mercator-Gymnasium überrascht mit sensationellem Fund
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