Gruppenfoto

Endlich wieder nach Rochefort!

Nachdem das Steinbart- und das Mercator-Gymnasium im Januar 2020 pandemiebedingt nur die französische Gruppe hier in Duisburg empfangen hatten und dann kurz darauf selbst nicht mehr nach Rochefort fahren konnten, machten wir uns dieses Jahr wieder auf die Reise an die Atlantikküste.

Gruppenfoto

Gruppenfoto mit unseren französischen Austauschschüler*innen

Am 16.03. um 6.30 Uhr in der Frühe setzten wir uns mit dem Reisebus in Bewegung um knappe 14 Stunden später von den wartenden französischen Corres (Austauschpartnern) und ihren Eltern in Empfang genommen zu werden. Kurz vor der Ankunft war dann die spannende Erwartung auch kaum noch auszuhalten. Im Umland von Rochefort sah alles so anders aus. Es war bereits dunkel und es gab kaum Straßenlaternen und keine Ampeln, nur Kreisverkehre und in den kleinen würfelartigen Sandsteinhäusern waren alle Fensterläden geschlossen und die Straßen in den Dörfern wie leergefegt. Aber dann wurde es städtischer und wir erreichten endlich Rochefort. Als wir auf dem großen Parkplatz „Cours Roy Bry“ ankamen, war es nicht nur dunkel, sondern auch kalt und nass, aber alle waren aufgeregt und voller Erwartung. Die vielen Koffer und Schülerinnen und Schüler waren schnell verteilt und unser Austausch, eine Woche in einer Familie in Frankreich, konnte losgehen.

Innenstadt Rochefort

Stadtführung – Innenstadt von Rochefort

Muscheln zum Verkauf

… und Muscheln

Auf dem Weg zur Gastfamilie dann sah wirklich alles sehr anders aus! Rochefort wurde von Ludwig dem XIV. gebaut. Die meisten Häuser sind also 350 Jahre alt. Viele Gastfamilien wohnen in historischen Häusern, die aber von innen durchaus sehr modern sind. Jetzt hieß es das Familienleben zu erleben und vor allem viele kleine sprachliche Hürden zu meistern. Als wir uns am Dienstag wiedersahen, hatten wir alle schon zwei Mahlzeiten in unserer neuen Familie erlebt und uns etwas eingewöhnt.

Schon der erste Tag war pickepacke voll mit Programm. Neben dem Kennenlernen unserer beiden Austauschschulen und des Ortes Rochefort (immer noch im Regen) stand deutsch-französisches Bowling und der Empfang beim Bürgermeister auf dem Programm.

Bowling mit den Franzosen

am ersten Tag: Bowling mit den Franzosen und allen beteiligten Lehrkräften

Man hätte meinen können, dass es sich bei ihm um einen Popstar handelte, denn mit seiner Scherpe erregte der Bürgermeister so viel Interesse, dass die Schülerinnen und Schüler sich reihenweise mit ihm fotografieren ließen. Wir wurden jedenfalls auch von offizieller Seite sehr freundlich und herzlich mit Getränken und Gebäck empfangen.

Wie anders das Schulleben in Frankreich gegenüber dem in Deutschland ist, konnte man nicht nur bei den Unterrichtshospitationen erleben. So war das historische Schulgebäude ursprünglich ein Kloster mit dazugehöriger Kirche.

CollègeLoti

Unsere Partnerschule in Rochefort: Collège Pierre Loti

Biologie-Sammlung

Besuch der Sammlung im Collège Loti – Sciences de la Vie et de la Terre

Als es dann in die Mensa der französischen Schule ging, staunten viele nicht schlecht, dass hier sowohl alle Schülerinnen und Schüler als auch alle Lehrkräfte zu Tisch saßen und ein vor Ort gekochtes Essen in mehreren Gängen erhielten.

Tablett Mensa-Essen mit vier Gängen

Mensa-Essen am Collège Pierre Lot

Insgesamt hatten wir ein abwechslungsreiches Programm mit viel Bewegung an der frischen Luft. Die ersten kalten und regnerischen Tage hielten die Schülerinnen und Schüler – und auch die Lehrerinnen und Lehrer 😉 – tapfer durch. „Das war ein sehr schöner, aber auch anstrengender Tag, leider mit sehr schlechtem Wetter“ , sagt z.B. Paul über den Tagesausflug nach Saintes und zum Amphitheater.

Römische Arena in Saintes

Römische Arena in Saintes

Zum Glück gab es an diesen Tagen auch Programmpunkte, die nicht im Freien stattfanden, wie der Besuch des Aquariums in La Rochelle. Eine sehr beeindruckende farbige Unterwasserwelt war dort zu bestaunen und bereitete allen Anwesenden sichtlich Freude.
O-Ton von Salim Lababidi (8b): “Beim Aquarium angekommen, erklärte uns eine Mitarbeiterin, wie wir uns zu benehmen hatten und alle bekamen Audio-Guides, wo man sich Erklärungen zu den Tieren anhören konnte. Es gab Fische, Haie, Katzenhaie, Piranhas, Quallen, Schildkröten und viel mehr. Unter dem Becken von den Katzenhaien konnte man sich reinlegen und entspannen” (siehe Foto).

Aquarium in La Rochelle

kurze Rast – deutsch/französisch – Aquarium-Rallye in La Rochelle

Aber die Besichtigungen der schönen Orte wie La Rochelle, Saintes und der Insel „L’île d‘Oléron“ mit dem Leuchtturm „Phare des baleines“ und der schönen Hafenstadt Saint Martin wären ohne unsere französischen Freunde, die uns mit viel Gastfreundschaft täglich begleiteten und chauffierten, nur halb so schön gewesen.

Phare des Baleines

Auf der Aussichtsplattform des Leuchtturms

Treppe im Leuchtturm

Abstieg vom Leuchtturm auf der Île de Ré

Hafen von Saint-Martin

Endlich Sonnenschein! – “Pique-Nique” im malerischen Hafen son Saint-Martin auf der Île de Ré

Unsere Fahrt fand dieses Mal im 60. Jubiläumsjahr des Elysée-Vertrages statt. Hier wurde damals festgelegt, dass deutsche und französische Jugendliche sich kennenlernen und treffen sollen, damit Kriege zwischen Deutschland und Frankreich endlich der Vergangenheit angehören. Besonders war dann auch noch der Umstand, dass auch der Schulleiter vom Collège Pierre Loti, Monsieur Mirande, seinen 60.  Geburtstag feierte. Das gab er ausnahmsweise freimütig zu und es erfreute ihn sichtlich, dass nicht nur diese beiden Ereignisse zusammenfielen, sondern auch noch wir, also eine deutsche Gruppe da waren, um ihm (als Überraschung mit den französischen KollegInnen geplant) mit einem Ständchen zu gratulieren. Welch schöneres Zeichen für die Zukunft unseres Austauschs konnte es geben, als das Zusammentreffen dieser zwei Geburtstage inmitten einer deutsch-französischen Begegnungsfahrt mit jungen Menschen aus Duisburg und Rochefort?! Nun freuen wir uns auf den zweiten Teil des Austauschs, dem Besuch unserer französischen Freunde Ende April in Duisburg.